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Barometer der Biodiversitätspolitik in Österreich 2025
im Hinblick auf die Kernforderungen des Österreichischen Biodiversitätsrates zum Schutz der Biodiversität in Österreich
Zur Presseaussendung vom 3. März 2026
Der Österreichische Biodiversitätsrat (ÖBDR) – ein Gremium aus 22 führenden Biodiversitätsexpert:innen – legt ein Jahr nach Antritt der Bundesregierung mit dem aktuellen Barometer der Biodiversitätspolitik eine fundierte Bewertung der bisherigen Umwelt- und Naturschutzpolitik vor. Anhand von 5 Kernforderungen zum Schutz der Biodiversität in Österreich mit 23 Unterpunkten, die der Rat im Jahr 2019 erarbeitet und seitdem bewertet hat, analysierten die Expert:innen das Regierungsprogramm und die bisherigen politischen Aktivitäten im Hinblick auf ihren Beitrag zur Bewältigung der Biodiversitätskrise. Da Biodiversitätspolitik auf vielen politischen Ebenen geschieht, wurden folgende zentrale politische Handlungsfelder bewertet: Schutzgebietsmanagement, Renaturierung, Flächenverbrauch, Landwirtschaft, Umweltbildung, Finanzierung, rechtliche Rahmenbedingungen und strategische Zielsetzungen. Zum leichteren Verständnis der komplexen Sachverhalte auf einen Blick werden der aktuelle Status in den fünf Kernbereichen anhand eines Ampelsystems dargestellt sowie die jeweiligen Entwicklungstrends – ob aufwärtsgerichtet, stagnierend oder rückläufig – bewertet.
Das aktuelle Barometer analysiert das Jahr 2025 und zeigt eine ernüchternde Bilanz: Ein Jahr nach Amtsantritt der Bundesregierung ist in keinem der fünf Kernbereiche eine Verbesserung festzustellen, sondern erstmals seit dem Erscheinen des Barometers im Jahr 2019 gibt es keine einzige „grüne Ampel“ mehr. Damit zeigt das aktuelle Barometer der Biodiversitätspolitik deutlich, dass ohne strukturelle Reformen, verbindliche Zielvorgaben und ausreichende finanzielle Mittel eine wirksame Trendwende ausbleibt. Die Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme, die Reduktion des Bodenverbrauchs und die Stärkung biodiversitätsfördernder Landnutzung ist notwendig und erfordern entschlossenes Handeln.
In Österreich und weltweit sind die sich verschärfenden Folgen der Dreifachkrise aus Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Umweltverschmutzung in einem bislang ungekannten Ausmaß spür- und sichtbar geworden. Auch in Zukunft ist mit massiven negativen Folgen für die Natur und für uns Menschen zu rechnen. Aus Sicht des ÖBDR besteht dringender Handlungsbedarf. Die Bundesregierung wird daher aufgefordert, Biodiversität als strategische Querschnittsmaterie zu verankern und rasch konkrete Maßnahmen zur Umsetzung internationaler Verpflichtungen vorzulegen. Biodiversität ist keine Randfrage der Politik, sondern Grundlage für Ernährungssicherheit, wirtschaftliche Stabilität und gesellschaftliche Resilienz – und damit eine zentrale Zukunftsfrage für Österreich.
Das aktuelle Barometer wurde am 2. März 2026 um 10:00 Uhr im Rahmen eines Hintergrundgespräches mit ausgewählten Pressevertreter:innen präsentiert. Bei Fragen kontaktieren Sie bitte margarita.hartlieb(a)donau-uni.ac.at